Die Verflechtung des Rohlings
Marc Schuran

Abteilung: Kunst und Wissenschaften
Beginn: WS 2019/2020
Betreuer: Univ. Prof. Virgil Widrich

 

Es sind schwer zu erfassende und in sich verwobene Netzwerke, bestehend aus analogen und digitalen, manuellen und automatischen, sowie materiellen und immateriellen Fasern, die Produkte erzeugen, welche die Erwartungshaltungen an unser eigenes Leben widerspiegeln. Nicht immer sind die Bereiche zu ausgeglichenen Teilen vorhanden, was mitunter zu Spannungen und Verzerrungen in diesen Strukturen führen kann. Es formen sich auf diese Weise immer neue Verknüpfungen, welche im Laufe der Zeit ihre Beständigkeit beweisen müssen. Inmitten der ökologischen und ökonomischen Normen ist ein klarer Kontrast, zwischen schnelllebiger Produktion und einer tieferen Auseinandersetzung mit Schaffensprozessen auszumachen. An dieser Stelle gilt es, die immerwährende Kontroverse zwischen Kunst und Produktion, in diesem Fall eher zwischen Handeln und Herstellen, mit disziplinübergreifenden Methoden neu zu analysieren.

Durch ein Fortschreiten der wirtschaftlichen Globalisierung, wurden etliche Produktionsketten ausgelagert, voll digitalisiert und in teils undurchsichtige Produktionsmodelle eingearbeitet. Aktuell sind noch keine umfassend dominanten Bewegungen zu erkennen, welche eine Ablösung des gegenwertigen Modells bedeuten könnten. Dennoch beginnen sich Muster abzuzeichnen, welche auf ein Umdenken in bestimmten Arealen hinweisen. Es handelt sich noch um Nischenbereiche, welche an den Rändern des derzeitigen Systems agieren und tendenziell eher im Konflikt mit diesem stehen. Denn selbst wenn die Areale immateriellen Schaffens einen immer wichtiger werdenden Aspekt darzustellen scheinen, so sind sie dennoch an eine Anschlussfähigkeit an das bestehende System gebunden, um existenzfähig zu sein. Es soll untersucht werden, welche Ausbrüche sich die teilnehmenden Akteure aus diesen geregelten Normen erlauben und welcher Stellenwert diesen zuteil wird.